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Medien – Fragen und Antworten

Wie schätzen Jugendliche selbst ihre Online-Zeiten ein?

Ich hab Dich „gegoogelt“

Hat das Handy nicht auch ein hohes Suchtpotential?

Und kann fernsehen süchtig machen?

Kann ich mit der Spielkonsole auch online spielen?

Warum ist es so schwer ein Online-Rollenspiel einfach zu beenden?

Gibt es Entzugserscheinungen auch bei Mediensucht?

Was ist eigentlich …

… ein Separee in einem Chat?

… Buschfunk?

… Twitter?

… ein MMORPG?

… ein Avatar?

… ein „Skript-Kiddie“?

„DDos-Attacke auf eine Internetpräsenz einer Schule im Kreis Gütersloh“ Was war da los?

Unsere Arbeit im Bereich Mediengebrauch und Mediensucht wird von der Spielbank Schleswig-Holstein gefördert.


Wie schätzen Jugendliche selbst ihre Online-Zeiten ein?

Die JIM-Studie* befragt Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren per Telefoninterview zu deren Mediennutzung. Zur JIM-Studie 2010 sind die Jugendlichen gefragt worden, wie lang sie selbst die Zeit einschätzen, die sie am Tag im Internet verbringen. Ergebnis ist ein Durchschnittswert von 138 Minuten. Hierbei schätzen die Mädchen ihre Nutzungszeit etwas kürzer ein, als die Jungen. Mit dem Alter steigt bei beiden Geschlechtern die Internetzeit.

*Jugend, Information, (Multi)Media, Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest

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Ich hab Dich „gegoogelt“

Die Medienentwicklung lässt vermuten, dass sich Menschen zukünftig noch verstärkter über das Internet kennenlernen werden. Wir lernen Menschen aber nicht nur über das Internet kennen, sondern wir haben auch die Möglichkeit, reale Bekanntschaften aufrecht zu erhalten oder zu inszenieren. Beispielsweise kann man die Person, die man am Abend vorher auf der Geburtstagsparty kennengelernt hat, am nächsten Tag über google suchen oder schauen, ob sie bei StudiVZ oder bei facebook angemeldet ist und so wieder mit ihr in Kontakt treten.

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Hat das Handy nicht auch ein hohes Suchtpotential?

Erfahrungen aus der Beratungsarbeit mit mediensüchtigen Menschen und Berichte von Betroffenen verweisen auf einen zunehmenden süchtigen Gebrauch von Mobiltelefon und SMS. Dieser sollte vor allem in Bezug auf Kinder und Jugendliche nicht unterschätzt werden. Für sie stellt es eine Selbstverständlichkeit dar, dass jeder ein Handy besitzt. Es immer bei sich zu haben, es oft in die Hand zu nehmen, damit zu „arbeiten“ und immer erreichbar zu sein ist völlig normal und fällt nicht weiter auf. Darüber hinaus wird deutlich, dass das Mobiltelefon mit seinen vielseitigen Funktionen dem Internet immer ähnlicher wird. Viele Internetanwendungen wie z.B. Twitter oder facebook können mittlerweile von vielen Handys aus bedient werden.

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Und kann fernsehen süchtig machen?

War das Fernsehen schon in Vergessenheit geraten, wenn es um die Suchtfrage ging, haben sich mittlerweile bedeutende Entwicklungen vollzogen: Das Call-In-TV oder  „Mitmachfernsehen“ ermöglicht es den ZuschauerInnen seit einiger Zeit mit dem Medium in Internaktion zu treten. Mit Hilfe von Abstimmungen oder Ratespielen soll die Fernsehgemeinde am Geschehen beteiligt werden. Mit Geld oder Sachgewinnen werden sie motiviert über eine kostenpflichtige Hotline beim Sender anzurufen. Das die möglichen Folgen dieses Medienkonsums nicht unterschätzt werden dürfen, belegen auch Beispiele aus der Praxis. Der Aspekt Kontakt aufnehmen zu können und zu wollen, steht im Vordergrund des Suchtverhaltens. Soziale Isolierung und Verschuldung sind in den meisten Fällen die Folge.

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Kann ich mit der Spielkonsole auch online spielen?

Die aktuellen Spielkonsolen wie die Playstation3 oder die X-Box bieten schon seit Längerem mehr Möglichkeiten als einfaches Spielen. Dank erweiterter Multimediafähigkeit können DVDs und Bluerays abgespielt werden, sie verfügen über USB- und Netzwerkanschlüsse und bieten einen Onlinezugang. Folglich haben viele Spiele z.B. für die Playstation3 Onlinefunktionalitäten. Diese können sich je nach Spiel auf weltweite Online-Ranglisten beschränken, vollwertige Online-Games oder Online-Duelle ermöglichen.

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Warum ist es so schwer ein Online-Rollenspiel einfach zu beenden?

Bei Online-Rollenspielen wie World of Warcraft geht man von einer sehr hohen Spielbindung aus, die es SpielerInnen geradezu unmöglich macht, das Spiel einfach zu beenden. Die Spielbindung ergibt sich u.a. aus:

  • der hohen Ereignisfrequenz im Spiel
  • der ständigen Verfügbarkeit
  • der Tatsache, dass man immer nur besser werden kann
  • der Verpflichtung anderen SpielerInnen gegenüber z.B. in einer Gilde
  • der zeitlichen und spieleigenen Unendlichkeit
  • dem Gefühl etwas zu verpassen, wenn man offline ist
  • der regelmäßigen Gebühr, die für die Nutzung gezahlt werden muss

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Gibt es Entzugserscheinungen auch bei Mediensucht?

Menschen, die eine Mediensucht entwickelt haben, können sich nicht vorstellen, wie sie ohne „ihr Medium“ leben sollen. Sie setzen deshalb alles daran, dass ihnen ihr Lebensinhalt nicht weggenommen wird. Passiert dies doch – freiwillig oder erzwungen – leiden sie unter dem Verlust, sie haben Entzugserscheinungen. Dies kann sich deutlich zeigen z.B. an zunehmender/n: Gereiztheit, Unruhe, Depression, Aggressivität, Ängsten, Ungeduld, Appetitlosigkeit oder körperlichen Beschwerden (Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Verspannungen, …)

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Was ist eigentlich …

… ein Separee in einem Chat?

Für ChatterInnen, die ganz ungestört sein wollen – ohne, dass die große Gruppe mitliest – gibt es in vielen Chaträumen so genannte Separees, in die man sich zurückziehen kann. In diese hat dann meist niemand mehr Einblick, außer denen, die sich dort unterhalten. In den meisten Fällen werden diese Räume aufgesucht, um das Gespräch auf eine intimere Ebene zu leiten und sich „näher“ kennenzulernen. Gerade für junge Mädchen ist es gut und wichtig zu wissen, dass es diese Separees gibt und dass sie das Angebot hier weiter zu chatten auch ablehnen können.

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… Buschfunk?

„Buschfunk“ ist ein relativ neues Angebot bei SchülerVZ. Es ist abgeleitet von „Gerücht“ oder „Nachrichtentrommel“ und ist ein Twitter-ähnlicher Dienst. Er ermöglicht es Kurznachrichten zu versenden, die max. 140 Zeichen lang sind. Wird eine Nachricht via Buschfunk versendet wird das Geschriebene bei allen SchülerVZ-Freunden auf der Startseite angezeigt. Diese Funktion kann nun mit dem Dienst Twitter gekoppelt werden, das heißt, die Nachricht erscheint zusätzlich bei allen „Twitter-Freunden“.

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… Twitter?

„Twitter“ kann grob mit „zwitschern“ übersetzt werden. Hierbei handelt es sich um einen Microblog, also die ganz knappe Form eines virtuellen Tagebuchs, das eine Person oder eine Gruppe zu einem bestimmten Thema führt. Der Umfang, der mit einem Eintrag geschrieben werden kann, ist beschränkt auf 140 Zeichen. Das ist sehr knapp und reicht eigentlich nur für einen Satz oder für einen Link, den man an seine Freunde schickt. Bei Twitter bezeichnet man den Schriftverlauf als Tweet. Man kann Tweets von bestimmten Personen abonnieren z.B. von Musikern oder Schauspielern, aber auch von Privatpersonen. Die Menschen, die zu denen gehören, die den Tweet einer Person regelmäßig lesen, werden Follower genannt.

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 … ein MMORPG?

MMORPG steht als Abkürzung für „Massively-Multiplayer-Online-Roleplaying-Game“ und bedeutet übersetzt soviel wie „Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel“. Ein solches Computer-Rollenspiel wird ausschließlich über das Internet gespielt und zwar mit mehreren tausend Spielern gleichzeitig. Die Spielfigur, die man sich selbst erschaffen kann und die sich mit den Spielfiguren der anderen durch eine Phantasiewelt bewegt, nennt man Avatar. Das bekannteste und beliebteste solcher Spiele ist World of Warcraft.

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… ein Avatar?

Ein Avatar ist eine künstliche Person oder ein graphischer Stellvertreter einer echten Person in der virtuellen Welt. In einem Computerspiel zum Beispiel stellen sie meist mehr dar als ein graphisches Bild. Mit Hilfe einer 3D Figur, die oft nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen erstellt werden kann, lassen sich Interaktionen graphisch darstellen. Neben einfachen Spielabläufen, bei denen der Benutzer die künstliche Figur durch Welten führt, zeichnen sich Avatare auch durch ihre audiovisuelle Kommunikationsfähigkeiten aus.

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 … ein „Skript-Kiddie“?

Der Begriff „Script-Kiddie“ (abgeleitet von „Script“ und „kid“) bezieht sich auf Jugendliche, die mit Hilfe fertiger oder nach Baukastenprinzip zusammengesetzter Programme (scripts) in fremde Rechner eindringen, um diese auszuspionieren oder diesen absichtlich durch das Verbreiten von Viren Schaden zufügen.

„Script-Kiddies“ unterscheiden sich von „Hackern“ dadurch, dass sie im Gegensatz zu „echten Hackern“ nicht über vertiefte Grundlagenkenntnisse im Programmieren verfügen, sondern lediglich vorgefertigte Programme anwenden.

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„DDos-Attacke auf eine Internetpräsenz einer Schule im Kreis Gütersloh“ Was war da los?

„DDos-Attacken“ werden mit speziellen Programmen ausgeführt, die einen Server mit einer größeren Anzahl von Anfragen belasten, als dieser in der Lage ist zu bearbeiten. Auch reguläre Anfragen können dann nur noch sehr langsam oder gar nicht mehr bearbeitet werden.

Im Oktober 2010 griff ein Unbekannter den Web-Server einer Schule im Kreis Gütersloh an. Die Schule konnte als Folge des Angriffs nicht mehr über das Internet erreicht werden. In diesem Fall forderte der Täter die Schule auf 400€ zu bezahlen, damit die Angriffe eingestellt würden. Dabei nutze er den Anonymisierungsdienst im Internet, um seine Identität zu verschleiern. Dennoch gelang es der Polizei Bielefeld den Täter zu ermitteln.

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Für weitere Informationen zum Thema Mediengebrauch und Mediensucht oder bei konkreten Fragen vereinbaren wir gerne ein persönliches Beratungsgespräch mit Ihnen.