Frauen Sucht Gesundheit e.V.
Holtenauer Str. 127 · 24118 Kiel
Tel.: 0431/61549 · Fax: 0431/665975
E-Mail: info@fsg-sh.de · Internet: www.fsg-sh.de

Fragen und Antworten für Jugendliche

Gut zu wissen, dass:

  • Über 18-jährige Minderjährigen keinen Alkohol überlassen dürfen
  • Die Jugendschutzstreifen berechtigt sind, den Alkohol sicherzustellen, wenn sie davon ausgehen können, dass Erwachsene Minderjährigen Alkohol geben
  • Nur Erwachsene ab 18 Jahren hochprozentigen Alkohol trinken dürfen
  • Nur Erwachsene ab 18 Jahren Zigaretten kaufen und in der Öffentlichkeit rauchen dürfen

Ab wie viel Jahren darf ich Alkohol trinken und welche Art von Alkohol?

Was passiert, wenn ich mich jedes Wochenende betrinke?

Wie lange darf ich mit 15 Jahren mit Freunden auf der Kieler Woche sein?

Das war peinlich … warum redet man blödes Zeug, wenn man betrunken ist?

Alkohol und Sex – passt das zusammen?

Jugendliche werden schneller abhängig – Was heißt das?

Schadet Alkohol Jugendlichen mehr als Erwachsenen?

Alkohol und Cannabis – welche Wirkungen hat Mischkonsum?

„Meine Eltern haben ja auch mal gekifft“ – Ist Cannabis noch das was es mal war?

Warum ist es gefährlich, hochprozentigen Alkohol schnell zu trinken?

Wie nimmt der Körper Alkohol auf und wie wird er ihn wieder los?

Ist Alkohol eine harte Droge?

Geht’s Dir noch gut? – Was kann man tun, wenn jemand zuviel trinkt?

Hilft es sich zu übergeben, um schneller nüchtern zu werden?

Unterschiedliche Getränke = schneller Rausch?

„Ist doch nur Mixbier“ – Sind Mixgetränke harmloser als Schnaps?

Werde ich langsamer betrunken, wenn ich etwas Fettiges esse?

Ich glaub´, so geht das nicht weiter – Wer kann mir helfen?

Schweigepflicht – was ist, wenn Eltern zuviel trinken?

Ich habe ein Problem mit meinen Eltern – an wen kann ich mich wenden?


Ab wie viel Jahren darf ich Alkohol trinken und welche Art von Alkohol?

In Deutschland gibt es das Jugendschutzgesetz (JuSchG). In §9 JuSchG steht, in welchem Alter Jugendliche welche Art von Alkohol kaufen und trinken dürfen. Sinngemäß steht hier u.a.:

  • Jugendlichen, die unter 18 Jahren alt sind, ist der Erwerb und Verzehr von Spirituosen in Gaststätten, Verkaufsstellen und in der Öffentlichkeit nicht gestattet.
  • Spirituosen sind Getränke mit einem hohen Alkoholgehalt, man spricht auch von Brandwein. Hierzu gehören z.B. alkoholische Getränke wie Jägermeister, Wodka, Rum oder Whisky. Gleiches gilt für Alkopops, denn auch sie enthalten Spirituosen. Laut Gesetz muss auf dem Etikett deutlich hierauf hingewiesen werden.
  • Andere alkoholische Getränke mit einem niedrigen Alkoholgehalt wie Bier, Wein und Sekt dürfen von Jugendlichen ab 16 Jahren gekauft und getrunken werden.
  • Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen weder Alkohol kaufen noch in der Öffentlichkeit trinken. Eine Ausnahmen für Jugendliche ab 14 Jahren gilt dann, wenn sie in Begleitung einer sorgeberechtigten Person sind.

>>> Zurück zu den Fragen


Was passiert, wenn ich mich jedes Wochenende betrinke?

Für viele Menschen gehört es zur Normalität, sich am Wochenende mit Freunden zu treffen, Partys zu feiern und viel Alkohol zu konsumieren. Alkohol und andere Drogen können es einem scheinbar erleichtern Kontakte zu knüpfen, Hemmungen abzubauen oder locker und witzig zu werden. Es kann sich hierbei um eine Phase handeln, bei der eine Zeitlang auf Partys und mit Freunden (viel) Alkohol getrunken wird. Wird sie rechtzeitig wieder beendet, muss sie keine körperlichen, seelischen oder sozialen Folgen nach sich ziehen. Alkohol wird konsumiert um Spaß zu haben. Doch bereits dann sollte sich jede und jeder die Frage stellen, ob und warum man eine Substanz benötigt, um fröhlich glücklich, entspannt oder enthemmt zu sein.

Für Jugendliche ist es wichtig, sinnvolle und interessante Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zu finden. Finden Partys und Freunde treffen nur noch mit Alkohol statt, kann es passieren, dass Lernprozesse zur sinnreichen Freizeitgestaltung, zum Umgang mit Langeweile, zur Bewältigung von Konflikten und Problemen oder zur Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls nicht stattfinden. Stattdessen wird der Konsum von Alkohol zur Gewohnheit und ist aus dem eigenen Leben bald nicht mehr wegzudenken. Eine Abhängigkeit kann sich so schleichend entwickeln.

>>> Zurück zu den Fragen


Wie lange darf ich mit 15 Jahren mit Freunden auf der Kieler Woche sein?

Das Jugendschutzgesetz schränkt den Aufenthalt von Jugendlichen in Gaststätten und bei Tanzveranstaltungen ein. In diesem Fall dürfen Jugendliche unter 16 Jahren bis 23 Uhr ohne Begleitung sein. Ein Volksfest wie die Kieler Woche zählt nicht dazu. Wie lange Jugendliche hier sein dürfen, liegt allein in der Entscheidung der Eltern, da es für den öffentlichen Raum keine Einschränkungen gibt. Eltern/Erziehungsberechtigte haben die Aufsichts- und Fürsorgepflicht und müssen selbst über die Uhrzeit entscheiden. Sicherheit kann es geben, die eigene Entscheidung an das Jugendschutzgesetz anzulehnen und dabei abzuschätzen wie selbstständig und verantwortungsvoll sich Ihr Kind z.B. in Bezug auf Alkohol- und Drogenkonsum verhält.

>>> Zurück zu den Fragen


Das war peinlich … warum redet man blödes Zeug, wenn man betrunken ist?

Alkohol und Drogen können es einem scheinbar erleichtern, Kontakte zu knüpfen, Schüchternheit zu überwinden und locker und witzig zu werden. Doch manchmal geht der Schuss nach hinten los und man sagt oder tut Dinge, die man im nüchternen Zustand nie machen oder sagen würde. Denn Alkohol enthemmt und das manchmal mehr als einem lieb ist. Alkohol entfaltet seine komplexe Wirkung innerhalb weniger Minuten in den verschiedenen Teilen des Gehirns. Schon kleinste Mengen Alkohol reichen aus, um die Wahrnehmung und das Denken zu verändern. Ab 0,2 Promille verändern sich persönliches Erleben und Verhalten. Man fühlt sich zwangloser und freier. Der Widerstand gegen weiteren Alkoholkonsum sinkt. Sehfähigkeit, Konzentrationsvermögen und Bewegungskoordination lassen nach. Gedanken werden gedämpft und gefiltert wahrgenommen, ohne, dass man es merkt. Diese Wirkung des Alkohols fällt einem selbst erst auf, wenn man sich nüchtern eine Gruppe von betrunkenen Menschen ansieht und beobachten kann, wie sich die Leute verändern.

>>> Zurück zu den Fragen


Alkohol und Sex – passt das zusammen?

Frauen und Männer sind sexuell erregt, wenn ihr Testosteronspiegel im Blut steigt. In diesem Zusammenhang kann Alkohol eine entscheidende Rolle spielen. Durch zu viel Alkohol ist bei Männern im Bett eher Frust statt Lust angesagt. Bei ihnen senkt der Alkohol den Testosteronspiegel und eine Erektion bleibt aus. Bei Frauen hingegen steigen der Testosteronspiegel und die sexuelle Erregbarkeit, wenn sie Alkohol trinken. Mit dem Alkoholkonsum fallen aber auch die Hemmungen, so dass Frauen dann häufig Dinge tun, zu denen sie nüchtern klar nein sagen würden.

Dass dauerhafter Alkoholkonsum auf jeden Fall negative Auswirkungen auf den Körper und auch auf die Sexualität von Männern und Frauen hat, zeigt sich u.a. daran, dass alkoholabhängige Frauen oft Probleme mit ihrer Regel haben und der Zyklus durcheinander gerät, alkoholabhängige Männer dagegen laufen Gefahr dauerhaft impotent zu werden.

>>> Zurück zu den Fragen


Jugendliche werden schneller abhängig – Was heißt das?

Bis zum 20. Lebensjahr oder länger befindet sich der Körper in einer wichtigen Entwicklungsphase. Neben dem Körper mit seinen Organen gilt dies auch für soziale Prozesse und Fähigkeiten. Wie Herz, Lunge, Leber und Gehirn müssen auch sie ausgebildet und verfestigt werden, so dass Menschen in dieser Altersspanne fortlaufend dabei sind, ihre Persönlichkeit auszubilden. Unsicherheiten und ein gewisses Schutz- und Schonbedürfnis ist dann ganz normal. Ein solcher Körper- und Gefühlszustand bietet Alkohol und anderen Drogen viel Angriffsfläche. Im Vergleich zu Erwachsenen werden junge Menschen auch viel schneller abhängig. Je früher jemand damit beginnt (regelmäßig) Alkohol zu trinken, desto größer ist die Gefahr, sich daran zu gewöhnen und eine Abhängigkeit zu entwickeln.

Alkohol wirkt- wie jede psychotrope Substanz oder bestimmte Verhaltensweisen – auf das „Belohnungszentrum“ im Gehirn. Dieses gewöhnt sich in einer Art Lernprozess an die positiven Effekte (z.B. locker, entspannt oder angeregt sein) und speichert sie in Verbindung mit dem Konsum ab. Wenn diese Wirkung dann immer wieder gewünscht wird, kann sich schließlich eine Abhängigkeit entwickeln. Neben den positiven Effekten werden Alkohol und andere Substanzen auch dafür genutzt, um negative Gefühle, Stress oder Erinnerungen auszublenden. Bei der Lösung eines Problems hilft dies nicht. Schleicht sich dieses Verhalten ein, besteht auf Dauer die Gefahr, irgendwann gar nicht mehr in der Lage zu sein, Probleme ohne Suchtmittel zu lösen.

>>> Zurück zu den Fragen


Schadet Alkohol Jugendlichen mehr als Erwachsenen?

Alkohol ist ein Zellgift und deshalb nie gesund für den Körper. Es gibt allerdings einen Unterschied, ob Erwachsene oder Jugendliche Alkohol trinken. Dieser liegt zum größten Teil darin begründet, dass Erwachsene mit ihrer körperlichen Entwicklung abgeschlossen haben. Bei Kindern und Jugendlichen sind die Schäden, die Alkohol ihrem Körper zuführen kann, gravierend, da sie in die fortlaufende Entwicklung eingreifen und diese eventuell auch aus der Bahn werfen. Bei Jugendlichen befinden sich die lebenswichtigen Organe wie Herz, Lunge oder Leber in einem entscheidenden Prozess. Sie wollen gefordert werden, Alkohol und andere Drogen überfordern allerdings. Bereits geringere Mengen Alkohol können bei Jugendlichen eine schädliche Wirkung haben. Während der kindliche Organismus noch ganz besonders anfällig für Schädigungen durch Alkohol ist, ist auch die Leber von Jugendlichen nur bedingt in der Lage Alkohol abzubauen. Das menschliche Gehirn wächst bis zum 20. Lebensjahr oder länger und kann in dieser Zeit sehr leicht angegriffen oder sogar verletzt werden und das hat Auswirkungen. Jeder Rausch mit Alkohol oder Drogen tötet Gehirnzellen ab, die im Nachhinein auch nicht wieder hergestellt werden können.

Aber auch für Erwachsene gilt: Ihr Körper dankt es Ihnen Alkohol in Maßen zu genießen und ein gutes Vorbild sind sie noch dazu.

>>> Zurück zu den Fragen


Alkohol und Cannabis – welche Wirkungen hat Mischkonsum?

Es ist nie ratsam zwei oder mehr Substanzen gleichzeitig zu konsumieren. Körper, Wahrnehmung und Gefühle sind überfordert und reagieren oft mit negativen Folgen. Wird Alkohol getrunken und Cannabis geraucht, kann dies schnell zu Übelkeit führen, da THC die Wirkung des Alkohols noch verstärkt. Die Wirkung des THC hingegen kann evtl. kaum oder gar nicht gespürt werden. Sie ist zwar da, wird aber vom Alkohol übertönt. Die Gefahr, immer mehr zu rauchen, um die Wirkung endlich zu spüren, ist in so einem Fall groß. Sich selbst und das, was man noch vertragen kann, überschätzt man leicht. Der Kontrollverlust kann dann schnell eintreten und der gestresste Körper reagiert möglicherweise mit Kreislaufstörungen. Wie man selbst und der eigene Körper reagiert, hängt immer auch von der persönlichen Verfassung ab. Was die Freundin als toll beschrieben hat, kann bei einem selbst ganz schön nach hinten losgehen. Auch andere Kombinationen wie Alkohol und Medikamente oder Alkohol und Amphetamine sind nicht zu empfehlen. Auf Mischkonsum sollte man generell verzichten.

>>> Zurück zu den Fragen


„Meine Eltern haben ja auch mal gekifft“ – Ist Cannabis noch das was es mal war?

Es gibt keinen kontrollierten Markt für Cannabisprodukte. Unter anderem hat dies zur Folge, dass es für KonsumentInnen nicht ersichtlich sein kann, wie hoch der Wirkstoffgehalt in dem Haschisch oder Marihuana, das sie konsumieren, wirklich ist. Ist er an einem Tag niedrig, kann er am nächsten Tag z.B. über einen anderen Bezug, viel höher sein und mit ihm die psychotrope Wirkung. Während der THC-Gehalt bei Marihuana in Deutschland zwischen 1 – 7% schwankt, können niederländische Treibhauszüchtungen einen Wirkstoffgehalt von bis zu 15% erreichen. Neue und gezielte Züchtungen machen es möglich, dass mittlerweile Marihuana Sorten beschlagnahmt worden sind, die einen THC-Gehalt von 20-25% aufwiesen. Darüber hinaus ist die Wirkung abhängig von der Gewöhnung der Konsumenten und von der Form des Konsums. Beim Rauchen von Joints fällt die Einschätzung der Wirkung leichter als z.B. beim Essen von Keksen, da die Wirkung bei Letzterem sehr viel später eintritt und deshalb leicht überdosiert werden kann. Besonders unerfahrene (Erst)konsumentInnen können von der starken Wirkung unangenehm überrascht werden und unter Umständen „Horrortrips“ erleben.

Immer mehr Marihuana und Gras wird von den Händlern mit unterschiedlichen Substanzen gestreckt. Die Palette der bekannten Streckmittel reicht von Pflanzenfasern, Gewürzen, Fetten, Ölen und Baumharzen, über Zucker, Wachs, Haarspray oder Schuhcreme bis hin zu Sand, Glas oder Blei. Einige dieser Beimengungen können – besonders geraucht – einen sehr schädlichen Einfluss auf den Körper haben.

>>> Zurück zu den Fragen


Warum ist es gefährlich, hochprozentigen Alkohol schnell zu trinken?

Es dauert ca. 30-60 Minuten bis der getrunkene Alkohol vollständig in den Blutkreislauf aufgenommen ist und die Wirkung ihren Höhepunkt erreicht. Sofort nach der Aufnahme beginnt die Leber damit, den Alkohol wieder abzubauen. Dieser Abbau braucht etwas Zeit. Wird Alkohol in sehr schneller Zeit und in hoher Konzentration getrunken, kommt die Leber mit ihrer Aufgabe nicht nach. Innerhalb der 30 Minuten, die verstreichen, bis sich das volle Ausmaß zeigt, kann schon so viel getrunken worden sein, dass es zum Zusammenbruch des Systems kommt. Der Alkoholgehalt im Körper ist dann bereits so hoch, dass der Körper es nicht mehr schafft ihn abzubauen. Das kann lebensgefährlich werden und zum Beispiel zu einer schlimmen Alkoholvergiftung führen. Dieses Risiko reduziert sich deutlich, wenn man langsam trinkt und auf Hochprozentiges verzichtet.

>>> Zurück zu den Fragen


Wie nimmt der Körper Alkohol auf und wie wird er ihn wieder los?

Beim Trinken gelangt der Alkohol zunächst über die Speiseröhre in den Magen. Dort werden bereits ca. 20% der Alkoholmenge von der Magenschleimhaut aufgenommen und in den Blutkreislauf abgegeben. Die restlichen 80% gelangen zunächst in den Dünndarm und von dort über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf. Es dauert lediglich ca. 5 Minuten, bis der Blutalkoholspiegel zu steigen beginnt. Nach ca. 30–60 Minuten erreicht er seinen Höhepunkt. Ca. 5% des Alkohols werden über Lunge und Haut, bis zu 2% über die Nieren und ca. 94%, also die überwiegende Menge des getrunkenen Alkohols wird in der Leber chemisch abgebaut. Die Abbaurate in der Leber verläuft gleichmäßig und beträgt unabhängig von der getrunkenen Menge ca. 0,1 Promille Alkohol in der Stunde. Für den vollständigen Abbau von 1,0 Promille Blutalkohol-Konzentration braucht der menschliche Körper im Schnitt also 10 Stunden. Auch mit Kaffee, Tanzen, Sport oder sonstigen Rezepten lässt sich der Abbau nicht beeinflussen.

>>> Zurück zu den Fragen


Ist Alkohol eine harte Droge?

In einigen Studien wird Alkohol als „harte“ Droge eingestuft, denn zu den Folgen und Gefahren des Alkoholkonsums können große gesundheitliche Schäden, die körperliche Abhängigkeit und unter Umständen Lebensgefahr im Falle einer Überdosis oder eines Entzuges sein. Auch die seelische Abhängigkeit, die mit jeder Form von Abhängigkeit einhergeht, ist oft sehr schwer zu überwinden. In diesem Sinne ist Alkohol eine „harte“ Droge und nicht das „Genussmittel“ wie es in unserer Gesellschaft oft dargestellt und auch akzeptiert wird. Unter „weichen“ Drogen werden häufig die Drogen zusammengefasst, die weder körperliche Abhängigkeit verursachen noch große gesundheitliche Risiken in sich bergen.Allerdings ist die Unterscheidung in harte und weiche Drogen oft irreführend und wird heute nicht mehr verwendet. Definitiv ist Alkohol kein Stoff, den man bedenkenlos und in Massen konsumieren sollte.

>>> Zurück zu den Fragen


Geht’s Dir noch gut? – Was kann man tun, wenn jemand zuviel trinkt?

Menschen davon zu überzeugen, weniger zu trinken, ist keine leichte Aufgabe. Wem bei Freund oder Freundin, Vater, Mutter, oder PartnerIn ein übermäßiger Alkoholkonsum auffällt, sollte die Gelegenheit nutzen und das Problem offen ansprechen. Viele Menschen trauen sich nicht dies zu tun, weil sie Angst haben, wie ihr Gegenüber dann reagiert. Vielleicht stempelt er oder sie mich als uncool ab, ich löse einen Heulkrampf aus, werde beschimpft oder der Kontakt zu dieser Person bricht dann ganz ab. Auch die Unsicherheit, ob die Sorge überhaupt begründet ist, lässt viele abwarten. Grundsätzlich gilt, dass das eigene Gefühl einen hier selten täuscht. Wenn ich mir Sorgen um jemanden mache, weil ich denke, dass der Suchtmittelkonsum bei ihr oder ihm nicht normal ist, ist dieses Bauchgefühl durchaus berechtigt. Wenn Betroffne auf ihr auffälliges Verhalten angesprochen werden, ist ihnen das ich der Regel erst einmal unangenehm und peinlich. Auf der anderen Seite kann es aber auch wie ein Weckruf wirken und dazu beitragen das bisherige Muster zu durchbrechen. In einem solchen Gespräch ist es wichtig, bei sich zu bleiben. Das heißt von den eigenen Sorgen, Ängsten und Wahrnehmungen zu sprechen und auf Vorwürfe und Schuldzuweisungen zu verzichten. Auf Sätze wie „mit Deinem permanenten Gesaufe, machst Du noch alles kaputt“ sollte lieber verzichtet werden, denn sie dafür, dass sie oder er sich angegriffen fühlt und mit Abwehr reagiert. Wird im Gespräch deutlich, dass er oder sie etwas verändern möchte, sollte hier gleich angeknüpft werden. Oft kann Unterstützung z.B. bei der Suche nach einer Beratungsstelle oder durch Begleitung zum ersten Gespräch sehr hilfreich sein.

>>> Zurück zu den Fragen


Hilft es sich zu übergeben, um schneller nüchtern zu werden?

Wenn Alkohol getrunken wird, wird dieser auf schnellstem Wege in den Blutkreislauf geleitet. Wird sehr viel getrunken, kann es passieren, dass Menschen sich übergeben müssen. Das bedeutet dann allerdings nicht, dass in Punkto Alkoholpegel alles auf Null gesetzt wird und von Neuem begonnen werden kann. Man wird auch nicht schneller wieder nüchtern. Die Leber beginnt damit, Alkohol abzubauen, sobald sie merkt, dass er dem Körper zugeführt worden ist, also bereits nach wenigen Minuten. Die Zeit, die sie hierfür benötigt, kann nicht beeinflusst werden. Das Übergeben ist schlicht ein Zeichen dafür, dass der Körper sich wehrt und auf diese Weise sagt: “Stopp, bitte keinen Alkohol mehr!“

>>> Zurück zu den Fragen


Unterschiedliche Getränke = schneller Rausch?

Wie schnell jemand betrunken wird, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Die individuelle Verfassung, das Körpergewicht, das Geschlecht und natürlich der Alkoholgehalt des Getränks spielen dabei eine Rolle. Beim Trinken von Alkohol beginnt der Blutalkoholspiegel nach 5 Minuten zu steigen und erreicht dann nach 30-60 Minuten seinen Höhepunkt. Wird viel durcheinander getrunken, ist das eine Mehrbelastung für den Körper. Die Kombination von verschiedenen Alkoholen kann für Chaos im Körper sorgen und sich z.B. auf das Herz und das Gehirn auswirken. Das gibt uns das Gefühl, schneller betrunken zu sein, letztlich ist es aber nicht so. Ausschlaggebend für die Wirkung ist nicht das durcheinander Trinken, sondern der Alkoholgehalt der jeweiligen Getränke.

>>> Zurück zu den Fragen


„Ist doch nur Mixbier“ – Sind Mixgetränke harmloser als Schnaps?

Grundsätzlich gilt, dass es darauf ankommt, wie viel reinen Alkohol ein Getränk enthält. In einem Mischgetränk oder einem Cocktail ist die Menge an reinem Alkohol nicht zu unterschätzen. Meistens enthalten diese Getränke Schnaps, der einfach mit Saft oder Brause verdünnt wird. Der pure Alkohol ist nicht mehr herauszuschmecken. Ein Mixgetränk (Alkopop 0,33 l, 5-6 Vol.-%) entspricht zum Beispiel in etwa 2 Gläsern Schnaps (0,02 l, 38 Vol.-%). Auch Biermixgetränke enthalten Alkohol und zwar in etwa ein halbes Bier. D.h. über den Daumen gepeilt kann für zwei Biermixgetränke ein „normales“ Bier gerechnet werden. Wegen ihres harmlosen Geschmacks wird die Wirkung von Mixgetränken oft unterschätzt. Oft werden sie auch als Durstlöscher getrunken. Auf diesem Weg kann dann ungewollt und unkontrolliert innerhalb kürzester Zeit sehr viel Alkohol in den Blutkreislauf gelangen und einen Kontrollverlust bis hin zu Alkoholvergiftung zur Folge haben.

>>> Zurück zu den Fragen


Werde ich langsamer betrunken, wenn ich etwas Fettiges esse?

Ein voller Magen – besonders einer, der mit fettreichen Speisen gefüllt ist – kann dazu beitragen, dass Alkohol langsamer in den Blutkreislauf gelangt als bei einem fast leeren Magen. Der Großteil des Alkohols wird über die Schleimhaut im Dünndarm an den Blutkreislauf weiter gegeben. Das Fett der Speisen befindet sich ebenfalls im Dünndarm und bindet sich dort mit dem Alkohol. Dieser Vorgang verzögert, dass der Alkohol über die Darmschleimhaut an den Blutkreislauf weitergegeben wird. Der Rauschzustand setzt langsamer ein.

Aus diesem Grund gilt auch: Nie Alkohol auf leeren Magen Alkohol trinken!

>>> Zurück zu den Fragen


Ich glaub´, so geht das nicht weiter – Wer kann mir helfen?

Das Gefühl, den eigenen Konsum nicht mehr im Griff zu haben, die Empfindung, dass es so nicht mehr weiter gehen kann oder dass einem die Probleme über den Kopf wachsen, sind ein deutliches Zeichen dafür, dass Unterstützung notwendig ist. Es gibt Freunde, die Familie oder Kollegen, denen man sich anvertrauen kann, um sich die Last von der Seele zu reden. Es gibt aber auch die Möglichkeit sich professionelle Unterstützung zu holen, von einer Person, die der eigenen Situation objektiv gegenüber steht und die sich mit Suchtmittelkonsum und den möglichen Folgen auskennt. Hierfür gibt es spezielle Suchtberatungsstellen.

Beratungsformen gibt es mittlerweile einige. Zum einen gibt es die Möglichkeit sich direkt in einer Beratungsstelle von einer/m MitarbeiterIn informieren oder beraten zu lassen. Eine Alternative ist die Online-Beratung. Sie bietet Beratung über das Internet und kann anonym von zu Hause aus genutzt werden. Viele Beratungsstellen bieten inzwischen Online-Beratung an. Zu unserer Online-Beratung geht es hier.

Für akute Krisen oder für Menschen, die ganz unverbindlich und vielleicht auch am Wochenendemit jemandem über ihr Problem sprechen möchten, gibt es Telefonberatungen:

  • Bundesweite Sucht- & Drogen-Hotline: 01805 – 31 30 31 (24 Stunden täglich, 12 ct / Min )
  • Telefonseelsorge: 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 (kostenfrei)

Über den folgenden Link können Sie eine Liste aller Suchtberatungsstellen in Deutschland einsehen und eine Einrichtung in Ihrer Nähe finden www.dhs.de/web/einrichtungssuche/suche.php.

>>> Zurück zu den Fragen


Schweigepflicht – was ist, wenn meine Eltern zuviel trinken?

Kinder, die in einer Familie leben, in der Mutter oder Vater oder beide Eltern ein Problem mit Alkohol haben, erleben ein Gefühlschaos. Angst, Einsamkeit, Verwirrung, Wut … . Der Alkohol bestimmt das Familienleben. Mit ihm steigt die Stimmung oder fällt rasant in den Keller. Man weiß nie so recht, was einen zuhause erwartet, wenn man aus der Schule kommt. Aufgaben, die eigentlich von Mutter oder Vater erledigt werden sollten (Rasen mähen, für die kleinen Geschwister sorgen, einkaufen, …), werden von den Kindern übernommen. Oft versuchen Kinder, dass es niemand mitbekommt, wenn Mutter oder Vater betrunken sind. Das alles ist eine riesige Belastung für ein Kind oder einen Jugendlichen und sollte nicht so weitergehen. Es ist wichtig, seine Sorgen und Ängste nicht für sich zu behalten, sondern mit jemanden darüber zu reden. Einer Person, der man vertraut, sein Herz auszuschütten kann eine große Erleichterung bringen und ist vollkommen in Ordnung.

>>> Zurück zu den Fragen


Ich habe ein Problem mit meinen Eltern – an wen kann ich mich wenden?

Kinder und Jugendliche, die sich zuhause nicht mehr wohlfühlen oder sogar Angst haben, haben ein Recht auf Unterstützung und ein offenes Ohr. Es kann sehr hilfreich sein, sich eine Liste mit wichtigen Telefonnummern und Adressen zusammenzustellen, die schnell zur Hand sind, wenn es Stress gibt. Abgesehen von Vertrauenspersonen im Familien- und Freundeskreis gibt es unterschiedliche Stellen, bei denen Kinder und Jugendliche Hilfe bekommen können:

  • In akuten Notfallsituation helfen die Polizei und der Rettungsdienst unter der Tel.: 110
  • In Erziehungs- und Familienberatungsstellen werden auch Kinder und Jugendliche beraten – ganz unabhängig davon, ob ein Elternteil dabei ist.
  • Suchtberatungsstellen sind auch für die Angehörigen von Suchtkranken da. In den meisten Beratungsstellen können auch Jugendliche einen Termin für ein Beratungsgespräch bekommen.
  • Viele Angebote im Internet bieten rund um die Uhr und völlig anonym Beratung und Information. Unter www.nacoa.de gibt es z.B. sehr vielfältige Informationen für Kinder aus Suchtfamilien
  • Ein Notruftelefon für Kinder von suchtkranken Eltern ist von Mo-Fr 17:00 bis 23:00Uhr und an den Wochenenden rund um die Uhr unter 0800 – 280 280 1 zu erreichen.

>>> Zurück zu den Fragen


Noch mehr Fragen und Antworten gibt es hier.